The Transparent Tarot von Emily Carding [Tarot - Sachbuch] Sonntag, Aug 23 2009 

Aber hier erst einmal die Grunddaten:

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Schiffer Pub Co (28. Oktober 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0764330039
ISBN-13: 978-0764330032

Der Preis beträgt im Original 59,99 $, in Deutschland kann man es um die 40 Euro bekommen. Ein Preisvergleich lohnt sich jedoch auf alle Fälle, denn ich habe Preisunterschiede von bis zu fünf Euro und mehr erlebt. In dem Sinne, habt bitte Augen auf beim Tarotkauf :)

Die Karten:

Die Bilder des Decks sind alles andere als extremst kompliziert oder aufwändig erstellt. Ganz im Gegenteil, Einfachheit ist hier das Stichpunkt. Auf den Bildern findet man ein wichtiges, wenn nicht sogar DAS wichtigste Element der entsprechenden Karten. So ist der Narr einfach ein Schmetterling und eine Rose. Der Turm sogar nur ein Blitz. Und das geht durch die große aber auch durch die kleine Arkana.

Da man die Karten im Internet nicht richtig darstellen kann (zumindest habe ich bisher keine entsprechende Darstellung gefunden), erkläre ich kurz, wie man sich das ganze vorstellen kann. Die Bilder sind allesamt farbig (bei den kleinen Arkana sind die Bilder nur in der entsprechenden Elementfarbe gezeichnet) und auf Folie gedruckt. Genau solche Folie, wie man sie bei einem OH-Projekter in der Schule/Uni/wo auch immer verwenden könnte. Auf diesen Karten befindet sich entsprechend das Bild. Und wenn man eine Karte darunter oder darüber legt (die Reihenfolge spielt keine Rolle), entsteht ein Bild mit mehreren Elementen. So wird aus einem einfachen Bild, dass nur wenige bis einzelne Elemente beinhaltet, eine komplexe Darstellung, die man auch deuten kann.

Ich habe heute drei Karten gezogen: die Gerechtigkeit, den Teufel und die 8 Stäbe. Einzeln würden die Karten nicht viel sagen, seien wir ehrlich. Wenn man sie aber übereinander legt, dann kommt eine richtige Geschichte dabei heraus. Denn ich habe die Tageskarte für mich heute gedeutet, dass die Gerechtigkeit in Ketten des Teufels liegt. Und ich versuche daraus mit Leidenschaft und Feuern unterm Allerwertesten daraus zu fliehen (die Figur auf den 8 Stäben sieht ja so aus, als würde sie auf einem Besen davon reiten und von vielen anderen Besen begleitet und beschützt werden.

Als ich die Karten nur gesehen habe, war ich super begeistert. Jetzt habe ich sie zwei mal gelegt und muss mich ein wenig zurückhalten, sonst nehme ich sie noch mit ins Bett. Naja, überall sonst werden sie dann mitkommen. Ich finde sie super genial. Und solch ein zufriedenes Gefühl, von solch einer Seeligkeit, dass habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Sprich, es könnte wirklich sein, dass ich mein Deck gefunden habe. Das wäre superschön :)

Das Buch:

Ich muss zugeben, ich bin ja immer total begeistert, wenn ich dicke Bücher lesen kann. Besonders dann, wenn es sich um Handbücher zum Thema Tarot handelt. Hier bin ich diesbezüglich nicht enttäuscht worden. Aber dicke Bücher heißen ja natürlich noch lange nicht gute Bücher. In diesem Fall bin ich persönlich sehr zufrieden.

Allein der Anfang enthält ein Satz, den ich so bisher noch nie gelesen habe.

Remember, this is your tool, for your work – enjoy! Emily Carding – The Transparent Tarot

Zwar hat Emily Carding das Tarotdeck erschaffen (und laut Buch wird es noch viel mehr von ihr geben), aber sie gibt es aus der Hand und entlässt es in die Welt. Das tut eigentlich jedeR AutorIn, welche ein Werk schreiben uns es veröffentlichen. Nur hatte ich bei so gut wie allen das Gefühl, dass sie es nicht möchten, dass man eigene Erfahrungen mit dem Deck macht. Klar, letztendlich macht man die. Aber eine direkt Erlaubnis habe ich so von niemanden bekommen. Und das ist etwas, wo ich mir denke, danke Ms. Carding, danke schön. Denn so habe ich das Gefühl eine besondere Erlaubnis erhalten zu haben, wirklich komplett eigene Erfahrungen machen zu dürfen.

Das Buch ist klassisch aufgebaut. Zuerst gibt es eine Einführung. Wobei Ms. Carding auch erklärt, warum sie nicht nur darauf schaut, woher das Tarot kommt, sondern wohin es gehen kann. Ebenfalls ein verdammt interessanter Ansatz wie ich finde.

Danach gibt es die große Arkana. Jeder Karte wird vier Seiten gewidmet. Auf der ersten Seite finden wir das Bild der entsprechenden Karte. Seite 2 (gelegentlich wird es auch auf Seite 3 fortgeführt), erzählt sie ein wenig über die Karte. Da sie die Bedeutung der traditionellen Karte auf ein entscheidenes Symbol reduziert hat, erklärt sie auch, warum gerade dieses und kein anderes Symbol. Auf der dritten (gelegentlich geht dies auch auf der 4 Seite weiter) kommt dann die Bedeutung der Karte, wobei auch öfters die umgedrehte Bedetung erwähnt wird. Aber nicht immer. Dann kommt eine Beispieldeutung mit drei Karten (wie man hier arbeiten kann, natürlich ist das kein Muss, das Deck gehört ja immerhin uns und wir können damit arbeiten wie wir es für richtig halten :) ).

Dann kommen die kleinen Arkana (ich bin gerade noch bei den Assen, also kann ich nur einen groben Überblick bieten). Da gibt es auf der linken Seite das Bild und die Beschreibung der Karte, auf der rechten Seite die Bedeutung. Bei der kleinen Arkana wird nicht Farbenweise (also Kelche, Stäbe, Scheiben und Schwerter) beschrieben, sondern nach der Zahl der Karte (alle Dreier, alle Vierer und so weiter). Vor dem Kapitel gibt es ein Bild wo alle vier Karten übereinander gelegt wurden (nur bei den Hofkarten wurde ein wenig getrickst, wenn ich das mal so sagen darf) und dann gibt es noch eine kurze Beschreibung, was man allgemein zu dieser Zahlenreihe wissen muss.

Bei den Personenkarten findet man zum Beispiel als Page/Prinzessin vier Mädchen, welche das Symbol in der Händ hält. Jedoch rennen sie alle in die gleiche Richtung, somit ist es schwer, sie übereinander zu legen. Das betrifft alle anderen Karten ebenso. Daher wurden sie auf dem Gruppenbild Art Kreisförmig aufgestellt, so, dass man sie alle sehen kann.

Zum Abschluss erklärt die Autorin dann, wie man mit den Karten allgemein arbeitet und dann mit der Besonderheit des Transparent Tarot. Das sollte man sich sehr sorgfältig durchlesen (was ich noch machen werde) um zu wissen, worauf man sich da wirklich einlässt.

Und noch einmal die Karten:

Die Karten bestehen natürlich dementsprechend aus Plastik und haben keine Rückseite. Daher ist es möglich, dass die Karten mit der Vorderseite nach oben gemischt und ausgelegt werden. Daher ist es hier entweder oberste Pflicht, die Augen ganz fest zu zu haben. Man kann natürlich die Chance nutzen und die Karten mit offenen Augen ziehen. Da kann man üben, auf die eigene Intuition zu hören und sehen, welche Karte(n) man im Moment wirklich braucht.

Kritikpunkte:

Es gibt in meinen Augen nicht gerade viel zu kritisieren. Da sieht man, dass ich jetzt nicht so ganz objektiv bin. Oder es ist einfach so perfekt, dass man eben nichts daran zu kritisieren gibt. Aber mir fallen zwei Punkte ein, die jetzt nur indirekt mit dem Deck zu tun haben und ein Punkt lässt sich leicht beheben.

  1. Die Karten kleben aneinander, dass man sie gerade am Anfang schwer abbekommt. Ich habe mich da wirklich abmühen müssen, um die Karten auseinander zu bekommen. Aber nach einiger Zeit hat man das geschafft und auch wenn die Karten dann noch eine Zeitlang aneinander kleben, so reicht einige Male mischen völlig aus, um sie dauerhaft auseinader zu behalten.
  2. CSI lässt grüßen! Damit will ich sagen, wer mal mit einer Folie gearbeitet hat, weiß, wie schnell die Fingerabdrücke auf denen bleiben. Theoretisch müsste man mit Handschuhen arbeiten oder die Karten regelmäßig reinigen. Also für Leute, die darauf besonders allergisch reagieren, sind die Karten nur schwerlich etwas. Aber auch das kann man der Autorin und diesem Projekt nicht anhaften. Es ist eben das Material so.

Sonst frage ich mich nur, ob die Farbe der Bilder auch wirklich haltbar ist. Also in dem Sinne, dass nicht nach dem Tausendesten mischen die Farbe auf den Fingern kleben bleibt. Denn das Deck kostet nun einmal 60 Dollar und da würde mir das Herz bluten, wenn ich sehen müsste, dass die Farbe nicht für die Ewigkeit wäre (wenn jemand mehr weiß, ich habe nichts dagegen, wenn du mich beruhigen könntest :) ).

AnfängerIn oder Profi?

Laut Autorin ist das Deck für AnfängerInnen, Profis, SammlerInnen und für alle geeignet, die sich für das Tarot interessieren. Und dem kann ich mich anschließen. Denn die Bilder sind zum einen sehr einfach gehalten, so dass man sich nicht zehn Jahre lang durch verschiedenste Symbole durchwusseln muss, um die halbe Karte zu verstehen. Denn als reine Anfängerin hat mich das schon ziemlich abgeschreckt. Hiermit ist das nicht mehr nötig.

Natürlich kann man jetzt sagen, hei, dass versaut doch die Leute. Denn es ist ja meistens nur ein oder zwei Symbole zu sehen, wie sollen sie sich denn damit auseinandersetzen? Ich denke, wenn die AnfängerInnen sehen, welche Resultate sie mit diesen Symbolen sie schon erzielen können, dass sie sich dann hinsetzen und denken, jetzt erst recht. Jetzt will ich mehr wissen, viel mehr. Viele könnte jetzt der Ehrgeiz packen und sich tiefer mit der Bedeutung auseinandersetzen.

Aber auch die Fortgeschrittenen und Profis können von diesem Deck profitieren. Denn hier ist es nicht notwendig, sich auf die zehn Millionen Details zu konzentrieren um die Karte zu deuten. Man hat eben die wenigen Symbole und kann damit trotzdem perfekt arbeiten. Gerade gut ist es für Leute, die sich zu sehr in die Symbolik verloren haben und sich ein wenig auf die Einfachheit konzentrieren möchten.

Aber auch die Fragenden können sich bei diesen Karten wohlfühlen. Wer keine Ahnung hat und plötzlich ein Deck vor sich sieht, dass nur von Bildern und Symbolen und Farben und Formen und so weiter und so fort strotzt, da würde ich als Nichtwissende vielleicht Angst bekommen. Klar, wenn die Leute nicht wissen sollen, was die Bilder zu bedeuten haben, dann ist dieses Deck natürlich nicht geeignet. Aber die Symbole sind sehr klar zu verstehen. Somit auch eben für Leute, die absolut keine Ahnung haben. Also AnfängerInnen (so schließt sich der Kreis ^^).

Das ganze ist auf englisch …

Da dieses Werk noch nicht ins deutsche übersetzt wurde (und ich muss zugeben, bei diesem ungewöhnlichen Werk ist es fraglich, ob es jemals geschehen wird), muss man es natürlich in der Originalsprache englisch lesen und dann auch noch verstehen.

Normalerweise verstehe ich so gut wie alles auf englisch, bis auf einige Vokabeln. Bei diesem Werk habe ich das Gefühl, weniger als normal zu verstehen.

Daher ganz klar meine Empfehlung: Man sollte sicher sein im englischen verstehen und sich das Buch in aller Ruhe durchlesen. Dann bleibt auch etwas hängen, garantiert :)

Meine Schreibader … *g* ...

Natürlich wäre meine Rezension für mich nicht komplett, wenn ich das Deck nicht auf Schreibprüfbarkeit überprüfen würde. Wer eine schreibende Ader hat, gerne da mit Tarotdecks arbeitet, wird nicht drum herum kommen, sich auch diesem Thema zu widmen ^^

Wenn man drei Bilder/Karten zusammenhat, entstehen automatisch Geschichten. Es ist also nicht nur Leute geeignet, die sich mit dem Tarot auseinandersetzen oder Leute, die gerne Geschichten schreiben. Sondern eben auch für Leute, die lernen wollen, wie man mit dem Tarot eine Geschichte erzählt. Denn es gibt den Tipp, dass man, wenn man eine Karte deutet, dies in eine Geschichte verpackt (ziemlich oft das Wort Geschichte gerade *g*).  Daher kann man die Karten nicht nur für Romane (mal ein anderes Wort) oder sonstige Texte verwenden. Sondern auch, wenn man lernen möchte, wie man mit den Tarotkarten ein Text erzählt und darin die Bedeutung einarbeitet.

Behaupte ich zumindest mal frech … :)

Mein Fazit … :)

Wie man aus dem doch recht positiven Bericht erkennen kann, bin ich entweder alles andere als objektiv oder es ist eines dieser Decks, wo man sagen kann, es ist schlichtweg perfekt. Ich empfinde es auf alle Fälle als sehr intelligent. Denn es reicht ja nicht aus einfach die Tarotdecks auf ein sinniges Symbol zu reduzieren und es auf Folien zu zeichnen. Nein, das Symbol auf jeder einzelnen Karte muss so angeordnet sein, dass sie mit allen anderen 77 Karten harmonieren. Denn wenn oben links eine Figur ist, dann ist es nicht sonderlich geschickt, wenn dort auf einer zweiten Karte ebenfalls eine Figur ist und schlichtweg das andere Bild überdeckt. Es muss eine Bedeutung haben, es muss harmonieren.

Und ich habe einige Legungen direkt ausprobiert und die wildesten Karten übereinander gelegt. Und es funktioniert immer. Sogar wenn man zwei Personenkarten der gleichen Art verschiedener Farben (also zum Beispiel die etwas weiter oben genannten Pages/Mädchen) übereinandergelegt, funktioniert :)

Daher kann ich nur sagen, wer Lust hat sich mit einem anderen Deck als mit dem üblichen auf dem Markt auseinanderzusetzen, kann sich mal mit diesem beschäftigen. Natürlich gibt es auch hier einige Seiten im Internet, welche sich mit diesem Deck beschäftigen (die Links in diesem Beitrag sind voll von möglichen Alternativen) und dementsprechend ist es möglich, sich erst einmale in Bild davon zu machen. Zwar ist der Preis von 59,99 $ (in Deutschland aktuell um die 40 Euro) sehr wohl gerechtfertigt. Aber seien wir mal ehrlich, so schnell so viel Geld einfach mal so locker zu machen geht bei einigen dann doch nicht. Und schlimm wäre es, wenn es sich für die eine oder den anderen das dann noch als Fehlkauf herausstellen würde.

Für mich war es definitv keiner und ich freue mich schon darauf, was mir die Zukunft mit diesem Deck bescheren wird …

Der verborgene Blick: Neue Perspektiven mit dem Vice Versa Tarot – (Set mit Box und 78 Karten) von Hajo Banzhaf, Susanne Zitzl [Sachbuch] Samstag, Aug 22 2009 

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Kailash (30. März 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3424630012
ISBN-13: 978-3424630015

An sich ist das Vice Versa Tarot oder auch das New Vision Tarot nichts besonderes und gleichzeitig eine Revolution. Es ist eben nicht deswegen etwas besonderes, weil es an sich ein weiterer Rider Waite/Smith Klon ist. Denn genau aus diesem Deck stammen die Bilder. Und zugleich ist es eine Revolution, weil es aus einem völlig anderen Blickwinkel die Bilder zeigt. In diesem Set erhält man eben dieses Tarotdeck mit einem Buch von Hajo Banzaf und Susanne Zitzl.

Das Tarotdeck:

Es ist ein normales Tarotdeck mit den bekannten 78 Karten. Die Karten sind groß genug, dass sie bequem in der Hand liegen, aber nicht zu groß, als das sie unangenehm beim mischen sind. Für mich ein sehr wichtiges Kriterium.

Die Bilder sind sehr stark gezeichnet und man erkennt darin auch Menschen, was manchmal beim Original doch schon fehlt (dort wirkt alles ein wenig oberflächlich). Das besondere ist eben, da es sich dem Thema des Rider Waite/Smith Tarots widmet, dass man im Vice Versa Tarot, die Bilder erkennt und sofort weiß, aha, dass Bild kenne ich und sehr interessant, wie es von der anderen Seite aussieht. Es ist eben bekannt und man entdeckt dadurch eine völlig neue Welt.

Das möchte ich kurz an zwei oder drei Beispielen erklären.

Die Hohepriesterin sitzt in ihren Thron zwischen zwei Tempeln. Man weiß nicht, was hinter ihr vor sich geht, also was ist hinter dem Vorhang los. Und wohin schaut sie? Bisher dachte ich immer, sie schaut letztendlich die Betrachterin oder den Betrachter an. Beim Vice Versa Tarot hingegen sieht man, dass die Hohepriesterin aufs Meer hinausschaut und hinter ihr zwei Novizinnen zu finden ist. Aber man erkennt auch, dass der Vorhang an einer Seite heruntergelassen ist. Man kann also sagen, die Bilder von beiden Decks sind nicht zeitgleich. Im Original ist es zu einem bestimmten Zeitpunkt gezeichnet, dass Vice Versa Tarot hingegen spielt zumindest eine Minute später. Denn so ein Vorhang muss erst einmal abgehangen werden.

Ein weiteres Beispiel ist die Karte 6 Scheiben/Pentakel/etc.. Hier sieht man einen wohlhabenden Mann, welche den armen Menschen einige Münzen gibt. Schauen wir mal von hinten auf das Bild, sehen wir einen Riss in der Jacke. Der Mann ist aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu wohlhabend, wie wir all die Jahre (nun gut, einhundert Jahre :) )dachten. Denn wenn er wohlhabend ist, warum kann er sich dann keine neue Jacke leisten?

Alles in allem kann man am Tarotdeck nichts meckern. Zumindest fällt mir dabei nichts auf. Gut, einige Karten wurden herangezoomt, andere scheinen sich Wochen oder gar Monate später abzuspielen, aber letztendlich handelt es sich hierbei auch um künstlerische Freiheit.

Mein Tipp: Wenn ihr euch das Deck besorgt und das Rider Waite/Smith Tarot (egal welche Ausgabe) zur Verfügung habt, dann schaut euch beide Decks gleichzeitig an. Ich fand das sehr interessant.

Das Buch:

Das Handbuch wurde im Kailash Verlag veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um ein Hardcover und vom Layout oder auch vom Bild an sich, gibt es nichts zu meckern.

Das Buch wird mit der Frage eingeführt, wie lege ich überhaupt Karten und diese entsprechend beantwortet. Wie mische ich die Karten, wie lege ich sie aus und so weiter und so fort. Alles wichtige Informationen, gerade für Menschen, die gerade in das Thema Tarot einsteigen.

Danach kommen einige Legemuster mit dem Hinweis, welche Schwierigkeitsstufe sie haben, welche Fragen man stellen sollte und einige Hinweise (neben dem Bild des Legemusters und welche Position was benötigt).

In diesem Teil findet man immer wieder Fußnoten zu anderen Publikationen von Hajo Banzaf. Mit dieser Entscheidung kann man im Grunde genommen nichts richtig machen. Hätte er die Informationen, welche er hier nicht gibt aber in den anderen Büchern nachlesbar sind, veröffentlicht, hätten sich einige darüber beschwert. Andere werden sich beschweren, dass man nun zwei bis drei weitere Bücher kaufen müsste um nachzuvollziehen, was die AutorInnen nun meinen. Das sei letztendlich jeder/jedem selber überlassen.

Der Hauptteil des Buches machen die Kartenbedeutungen aus. Das ist man im Grunde genommen schon gewohnt. (In der Leseprobe auf der Veralgsseite findet man leider kein Beispiel dazu).

Jeder Karte werden zwei Seiten gewidmet (sogar der kleinen Arkana). Zuerst sieht man die Karte aus dem Vice Versa Tarot und daneben (ein wenig kleiner) ein Bild aus dem Universal Waite Tarot. So kann man jederzeit beide Decks miteinander vergleichen und die Ähnlichkeiten aber auch die Unterschiede erkennen.

Dann wird das ursprüngliche Motiv kurz erläutert. Besonderheit im Vice-Versa Tarot folgt dann in der Beschreibung.  Auf der rechten Seite werden dann die Grundbedeutungen der Karten kurz dargestellt:

  • Allgemein
  • Liebe und Beziehung
  • Beruf
  • Spirituell
  • Als Ratschlag
  • Als Warnung

Und in einem Extrakästchen eine kurze Erläuterung, was der verborgene Blick erklärt.

Zum Abschluss gibt es noch ein Anhang welche zwei Deutungsbeispiel erläutert werden, eine Literaturliste und eine Kurzvorstellung der AutorInnen.

Ich muss zugeben, dass Buch hat meinen Erwartungen an ein deutsches Tarotbuch voll erfüllt. Was aber nicht unbedingt was gutes bedeuten muss. Denn während ich von englischsprachigen Tarotbüchern völlig hin und weg bin, bewegen sich deutsche AutorInnen in diesem Gebiet an bestimmte Vorlagen, welche sich scheinbar nicht wagen, ein wenig frecher zu werden.

Zumal es bei diesem Tarot durchaus angebracht gewesen wäre (ich muss zugeben, ich weiß nicht ob es an den AutorInnen selber oder an den Verlagen liegt, vielleicht wollen die auch nicht andere Bücher veröffentlichen). Denn auf die Thematik Vice Versa Tarot wurde kaum eingengangen. Warum finden wir auf der Rückseite der Bilder genau die Elemente, die dort angebracht sind? Darüber werden nur wenige Worte verwendet. Bei mir bleiben am Ende der Lektüre einer jeden Karte einfach zu viele Warums übrig.

Man muss sich schon fragen, ist es notwendig, die Karten des Rider Waite/Smith Tarots überhaupt zu beschreiben und nicht eine weitere Fußnote zu verwenden, wo man entsprechende Informationen erhalten kann und sich mehr auf das Vice Versa Tarot zu konzentrieren? Oder hätte man den Platz auf der rechten Seite, die manchmal eine halbe Seite lang sind, nicht dafür verwenden können um noch einige Informationen einzubauen?

Das Buch ist draußen und man wird es nie erfahren, warum es so und nicht anders veröffentlicht wurde, leider.

Aber man kann natürlich selber Erfahrungen einschreiben, und ich meine das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der oben beschriebene Platz kann natürlich dafür verwendet werden um mit Bleistift, oder wer mutig genug ist sogar mit einem Kugelschreiber, sich im freien Platz Notizen zu machen.

Mein Fazit:

Es ist natürlich eine sehr individuelle Entscheidung sich das Buch mit dem Deck zu zulegen oder sich für ein anderes Deck zu entscheiden. Bilder als Vorlage gibt es im Internet genug oder schaut euch das Video oben an.

Vom Deck selber bin ich begeistert. Ich selber kann im Moment nicht sagen, ob ich damit arbeiten werde, aber auf alle Fälle findet es Eingang in meiner Schreibarbeit.

Das Buch selber ist nicht ganz das, was ich mir gewünscht habe, erfüllt aber meine Erwartungen an ein deutsches Tarotbuch (tut mir Leid, dass zu sagen, ich wurde aber von einigen sehr großartigen Werken aus Amerika diesbezüglich versaut).  Alles in allem reicht es aber aus um AnfängerInnen ein gültiges Werk in den Händen zu geben, damit man sofort loslegen kann. In dem Sinne, trotz allem ein Rundumsorglos Paket.

Weitere Informationen:

Das Große Buch der Legemethoden: 130 neue Legemethoden anwendbar für Kartendecks aller Art von Jeanne Ruland [Sachbuch] Montag, Aug 10 2009 

Taschenbuch: 370 Seiten
Verlag: Schirner; Auflage: 1 (10. Mai 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3897676427
ISBN-13: 978-3897676428

Jeanne Ruland gehört zu den Autorinnen, die zu diversen Themen interessante Rund-um-Sachbücher schreibt. So gibt es von ihr unter anderem auch ein Buch zum Thema Krafttiere, Engel aber auch Orakelkarten mit sehr schönen Bücher.

Dieses Buch ist das erste von mir und in diesem Jahr in neuer Auflage erschienen. Ich muss aber gestehen, dass Cover des älteren Buches gefällt mir umgemein besser. Aber das ist meine persönliche Ansicht.

Inhalt:

Wie die Überschrift schon sagt, enthält das Buch 130 Legemethoden zu den folgenden Oberthemen: Orakeltechniken, Klärung und Entscheidungen, Beziehung und Partnerschaften, Beruf und Finanzen, Gesundheit – Die sieben Chakras, Gesundheit – Die fünf Elemente, Selbsterkenntnis und Heilung, Lebenslauf – Die Siebener-Abschnitte, Lebenslauf – Lebensthemen, Feng Shui, Die Feste im Jahreskreis (wobei hier die heidnischen Feste gemeint sind), Naturgeister und Lichtkräfte, Die kosmischen Gesetze und Weitere Lebensthemen.

Wie man sieht, dass sind sehr weitgefächerte Themen.

Und zu jedem Thema gibt es eine gewisse Anzahl von Legemethoden.  So gibt es, als Beispiel zu dem Bereich Die Feste im Jahreskreis die acht heidnischen Feste (Samahin, Lughnasadh, etc) jeweils eine Legemethode mit der man arbeiten kann. Bei den andere Bereichen gibt es dann verschiedene Methoden, die man entsprechend auf die aktuelle Situation anwenden kann.

Das Buch fängt zuerst mit einer Einleitung an, wie man mit diesem arbeiten kann. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass die Autorin mehrere Kartenarten einbindet. So gibt es Allgemeine Karten, Basiskarten, Begleiterkarten, Meisterkarten und Jokerkarten. Sie werden auf jeder Seite der Legemethoden, auf der linken Seite noch einmal bildlich angezeigt, damit man auf die Bilder (siehe ein wenig weiter unten, was ich damit meine) dann herausfinden kann, mit was für einer Karte man es gerade zu tun hat, bzw. welche Karte man bitte wählen möchte.

Wer nicht weiß, was man als Basiskarten oder auch Jokes nehmen kann, kann diese in einer Tabelle ablesen. Natürlich kann man nur das Tarot verwenden, man kann aber auch sich an dieser halten und entsprechend die Karten ziehen und damit arbeiten.

An dieser Stelle ein Tipp von mir: Wer mit den verschiedenen Kartenstufen arbeiten möchte, sollte sich vielleicht zu Anfang überlegen zu den verschiedenen Kartentypen auch nur ein gesondertes Deck zu verwenden. Und nicht bei jeder Legung alles über den Haufen zu werfen. Denn ich muss gestehen, allein die Tabelle hat mich ein wenig verwirrt.

Danach gibt es noch Pendeltafeln damit man herausfinden kann, mit wie vielen Decks man arbeiten soll, welche Decks man als Begleiter oder Meisterkarten nehmen soll und so weiter. Ich bin jetzt keine Pendelmeisterin, vermutlich habe ich jetzt deswegen gewisse Probleme, aber die Pendeltafeln sind rund. Wie bitte kann man dann herausfinden, was man wählen soll, wenn der Pendel zum Beispiel von oben nach unden schwingt. Dann hat man ja zwei Sachen zur Auswahl, oder? Aber diese Gedanken können eben daher rühren, weil ich mich noch nicht so gut mit dem Pendeln auskenne.

Jede Legemethode ist auf zwei Seiten aufgeteilt. Zuerst wird die Frage beantwortet, wozu die gewählte Legemethode dient. Hier kann man entscheiden, ob man diese Methode verwendet, oder doch eher zu einer anderen greift. Danach kommt die Einstimmung. Also wie man das Thema angeht und was man beim mischen und wählen der Karten beachten sollte. Dann kommen die Positionen mit deren Bedeutungen. Zu guter Letzt schreibt die Autorin noch einen Tip bzw. Hinweis was man beachten sollte und wenn man weiter in dieses Thema hineingehen möchte, welche Legemethode man als nächstes nutzen kann. Das ganze wird mit einem hübschen Bild abgerundet worauf die Positionen der Karten angezeigt sind, wie man diese anordnen kann (was man nicht muss).

Das interessante für mich ist bei dem Tip/Hinweis, dass man ja entsprechend eine weitere Legemethode ans Herz gelegt bekommt. So macht man am Ende eine kleine Rundreise durch das Buch.

Kleine Kostprobe? Ich wähle eine Legemethode mit einer kleinen Rundreise. Wobei ich das als Auflistung mache. Finde ich ein wenig übersichtlicher :)

  • Das kleine Geburtstagsorakel (Seite 180) – Hier gibt es zwei Empfehlungen
  • Das Jahresrad (Seite 182) und Die zwölf Häuser (Seite 270) – ich mache mit den zwölf Häuser weiter
  • Das Jahresrad (182) und hier geht es ebenfalls wieder zu den zwölf Häuser weiter :)

Nun gut, dass war nur eine kleine Reise, aber ich wollte das jetzt auch nicht übertreiben (Hinweis, im Buch sind die Seitenangaben nicht angegeben, was bedeutet, dass man im Inhaltsverzeichnis entsprechend suchen muss). Das wäre noch ideal gewesen (wie es in der neuen Auflage aussieht weiß ich nicht, da kann es natürlich sein, dass so etwas ergänzt wurde).

Ich habe mal als Kritik gelesen, dass nirgends steht, welche Legemethoden für AnfängerInnen und welche für Fortgeschrittene geeignet sind. Das steht in der Tat nirgends, es stellt sich nur die Frage ob AnfängerInnen nicht wirklich einschätzen können, was sie sich zutrauen und was nicht. Und letztendlich, wenn sie eine Frage zu einem bestimmten Thema haben und da steht auf einmal, dass sie die Finger davon lassen sollen. Sicherlich nicht sehr ermutigend. Daher empfinde ich es als besser, wenn die Autorin diese Entscheidung den Leuten selber überlässt. Und außerdem, wie soll man üben, wenn man Schranken aufgezeigt bekommt.

Mein Fazit:

Ich blättere gerne und immer wieder in diesem Buch. Denn mit 130 Legemethoden kann man viel entdecken und vor allem sich selber. Man findet Hinweise zum eigenen Inneren Ich, dann zu den entsprechenden Lebensabschnitten und so weiter und so fort. Natürlich kann man Fragen, ob man überhaupt mehr als den Silberkreuz braucht um mit dem Tarot glücklich zu werden. Andererseits, warum soll man nicht wagen, über den Telerrand hinaus zu schauen um neue Methoden kennen zu lernen?

Ich persönlich kann das Buch nur empfehlen und sage ganz klar, wer sich besser kennen lernen möchte, kann zu diesem Buch greifen.

Weitere Informationen:

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