- Broschiert: 168 Seiten
- Verlag: Dead Soft Verlag; Auflage: 1 (28. Januar 2010)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3934442544
- ISBN-13: 978-3934442542
- Das Buch auf der Verlagsseite
Kurze Inhaltsangabe:
In der Zukunft hat sich das Tor zur Hölle geöffnet und die Dämonen haben nichts besseres zu tun, als die Erde zu tyrannisieren und sie zu unterwerfen. Und die Menschen haben nichts besseres zu tun, als sich das nicht bieten zu lassen und Widerstand zu leisten. Unter anderem gibt es einen Radiosender, welcher den Menschen Hoffnung geben soll.
Dieser Sender ist aber auf entsprechendes Material angewiesen und so bittet die Herrin von Köln, Richmodis, den Vampir Corbeau und Tankred sich darum zu kümmern.
Man kann sich vorstellen, dass das nicht die ganze Geschichte sein kann und so ergeben sich entsprechende Probleme und unsere beiden Helden sind mit gezwungen mit Jazz, einem Helfer des Radiosenders, nach Luxemburg zu reisen um zwei Hauptamtliche Mitarbeiter aus den Klauen des Feindes zu retten.
Die Personen
Corbeau: Der Vampir der Geschichte. Er hat mit der Herrin von Köln eine besondere Beziehung, da er ein enger Vertrauter ihres Sohnes war. Wie jeder Vampir ist er auf Blut angewiesen und nutzt aktuell den Kühlvorrat. Er hat eine besondere Beziehung zu den Dämonen, bedauerlicherweise nutzt die Autorin diese Möglichkeit nicht vollständig aus.
Tankred: Im Grunde genommen Corbeaus Gegenspieler mit besonderen Kräften und einem düsteren Geheimnis (wobei so düster finde ich das Geheimnis nicht, ich habe mir das mal vom Klappentext geklaut). Er scheint seht wütend zu sein, aber auch hier hätte man sehr viel machen können. Ansonsten zeichnet er sich durch hohe Körperkraft und seine Kampftechnik aus.
Jazz: Der dritte Mann im Bunde, der unbedingt nach Luxemburg will, als er hörte, dass Schatzi von der Protektorin Soleil gefangen genommen wurde. Irgendwie hätte ich gut und gerne auf den Verzichten können, dass Problem, die Geschichte nicht.
Soleil, Lynette und Estelle: Drei Damen, die eher ein schönes und düsterer Geheimnis haben.
Pir: Die Stimme des Radiosenders und der Grund, warum Corbeau und Tankred mit Jazz nach Luxemburg reisen.
Martin: Pirs Partner und genau das, was man erwartet, zu vorhersehbar.
- Spielen zwei oder mehr Frauen mit? Ja! Richmodis, Soleil, Lynette und Estelle.
- Reden sie miteinander? Teils teils! Richmodis redet im Buch mit keiner Frau, Soleil auch nicht, dafür Lynette und Estelle. Also bestanden.
- Reden sie über etwas anderes als Männer? Lynette und Estelle reden über sich, über die Vergangenheit und über Soleil (unter anderem), also Ja!
Meine Bewertung:
Das Buch könnte mehr, definitiv mehr. Die Geschichte ist an sich in Ordnung, mal etwas anderes. Warum immer die Dämonen zur Hölle schicken, hier geht es um etwas kleines, was den Menschen Hoffnung geben kann, es geht um einen Radiosender. Habe ich bisher so noch nie gelesen und dafür gibt es einen satten Pluspunkt. Aber es hapert doch an einigen Stellen.
So hätte Frau Engmann definitiv mit den Charakteren herumspielen können wie der Teufel auf seinen Knochenklavier (hüstel ^^). Da wäre so vieles herauszuholen gewesen. Tankred hätte viel wütender werden können, sein Glaube hätte noch besser eingebaut werden können, Corbeau viel zwielichtiger und geheimnisvoller und Jazz irgendwie sinnvoller (das Problem bei dem ist wirklich, den kann man nicht weglassen, da sonst die Geschichte wegbrechen würde, aber irgendwie kann ich mit der Figur nichts anfangen).
So stellt er Pir als seinen Ex vor (wer macht das schon), leidet ein wenig unverständlich unter dessen Ableben und hat noch nicht einmal Gewissensbisse, als Martin zu Unrecht des Verrates verdächtig wird (nun gut, so ganz zu Unrecht war das nicht, aber die Gesamtumstände berücksichtige ich mal bei dieser Aussage).
Die Rolle von Martin und sein erster direkter Auftritt sind vorhersehbar wie ein Film, den man zweimal gesehen hat.
Und doch schafft die Autorin etwas, was ich bewundere: Ich habe das Buch an einem ruhigen Tag gelesen … und konnte es kaum weglegen. Trotz der Schwäche, die es gerade bei den Charakteren gibt, ist das Buch über kurz oder lang unglaublich spannend. Bei den Kämpfen gehen unsere Helden nicht immer als die strahlenden Sieger hervor (hatte ich bei einem sogenannten Bestseller ziemlich übel in Erinnerung). Sie haben ihre Stärken und ihre Schwächen.
Auch die Geschichte ist mal etwas anderes und mal etwas neues. Es steht eben nicht die Weltrettung auf dem Plan, sondern die Rettung der Hoffnung.
Shadowrun lässt grüßen …
Als ich den ersten Kapitel las, kam mir unweigerlich der Gedanke, na hoppla, da hat sich wer bei Shadowrun bedient, nicht viel, aber zumindest bei der Grundidee (gut, ich habe nur zwei, drei Geschichte und einen halben Roman gelesen, doch im groben weiß ich, worum es sich dabei dreht). Zwei Typen mit einer Mischung aus Handwaffen (Schwerter) und Feuerwaffen (Knarren) fahren mit Autos, Motorrädern und sonstigen über die Straße und machen ihre Gegner platt.
… oder etwa doch nicht?
Dieser Gedanke verflog komischerweise (und ich betone es gerne, komischerweise) schon nach dem ersten Kapitel und meldete sich dann erst zwei oder drei Tage wieder, nachdem ich den Roman ausgelesen habe. Und ich muss sagen, soooo viel Ähnlichkeiten zum Shadworununiversum hat es doch nicht. Am Anfang kann es schon sein, dass man gewisse Ähnlichkeiten sieht, aber das ist vernachlässigbar.
Mein Fazit:
Da ich den Roman mit dem Auge einer Rezensentin lesen durfte (und auch sollte), sprangen mir regelrecht die eine oder andere Schwäche ins Auge. Und ich finde es schade, dass Frau Engmann das Potential, dass die Figuren und die Geschichte sich ihr bot nicht vollständig ausnutzte. Auch wenn es einen zweiten Roman geben würde (und bei diesem Ende ist sie schon fast verpflichtet eines zu schreiben), so kann man aus meiner Sicht diese verpassten Gelegenheiten nicht mehr so kitten.
Davon sollte man sich aber nicht abhalten das Buch zu lesen und einfach richtig Spaß zu haben. Wer mit dem einen oder anderen kritischen Auge das Buch liest, klar, da werden ihr oder ihm sicherlich diese Dinge auffallen. Aber wer eine Abenteuergeschichte mit doch sehr sympathischen Helden und einem Touch schwuler Liebesgeschichte (mehr ist hier in der Tat nicht zu finden, Flirten ja, Liebe und Sex definitiv nein), ist hier richtig.
Die Geschichte hat Charme und macht Spaß und für einen schönen Samstagnachmittag mit einigen netten Abendstunden ist das Buch geeignet.
Alles in allem vergebe ich dem Buch positive *** Sterne
)
Linksammlung:
- Der Verlag: Deadsoft Verlag
- Die Seite der Autorin: Charlotte Engmann
- Charlotte Engmann bei Wikipedia
- Literatur von und über Charlotte Engmann bei der Deutschen National Bibliothek
Anmerkung: Ich bedanke mich bei der Autorin für die Zusendung des Rezensionsexemplares.