Gebundene Ausgabe: 189 Seiten
Verlag: Frauenoffensive; Auflage: 1. Auflage (1996)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3881042806
ISBN-13: 978-3881042802

Luisa Francia ist bekannt für ihre doch eher dünnen aber dafür tollen Bücher (zumindest unter denen, die sie kennen). Und Eine Göttin für jeden Tag ist eines dieser Bücher, die es zu einem Kultbuch geschaffen haben. Gerade in der Heidenszene scheint jede zweite dieses Buch zu kennen.

Zum Inhalt:

Das Buch fängt, wie die meisten, mit einem Vorwort an. Dort erklärt sie, wie sie zu diesem Projekt kam und welche Schwierigkeiten sie damit hatte. Das macht das Buch so ehrlich, weil sie klar sagt, ich bin eben keine Meisterin, auch ich erlebe Niederlagen. Dadurch wirkt die Autorin authentisch.

Danach stellt sie die Frage, brauchen wir Ahninnen oder doch eher Göttinnen und gibt hier eine sehr persönliche und wertovlle Meinung ab. Es mag sein, dass viele sich daran stören mögen, aber man sollte sich ruhig Gedanken dazu machen.

Auch zum Thema Göttinen schreibt sie einen Beitrag, der in typische Luisa Francia Manier geschrieben ist. Frech und frecher. Und sie gibt einen Hinweis, wie man mit den Göttinnen orakeln kann.

Obwohl sich das nach viel anhört, sind diese Bereiche gerade mal 14 Seiten lang (reine Seiten, die Bilder oder Leerseiten habe ich nicht mitgezählt). Danach kommen endlich die Göttinnen dran. Jeder Monat wird dementsprechend bearbeitet und jeder Tag bekommt seine eigene Göttin. Dabei hat Luisa Francia auch an die Schaltjahre gedacht und dem Februar eine Göttin mehr gegeben.

Man sollte jetzt nicht erwarten, dass die ausführlichsten Erklärungen mit den ganzen Verbindungen zu den anderen Göttinnen und Götter kommen, wofür sie stehen, eine ausführliche Beschreibung ihrer Geschichte und derartiges. Luisa Francia bietet hier eine kurze Übersicht, mit wem man es zu tun hat und kann dann sich selber auf die Reise machen mehr herauszufinden. Am Ende gibt es auch Literaturhinweise wo man entsprechend anfangen kann. Die Beschreibungen sind maximal eine dreiviertel Seite lang. Mehr nicht. Interessant ist es aber, dass es ausreicht, damit man sich ein Bild der Göttin machen kann.

Das Besondere hierbei ist, dass nicht nur die altbekannten Göttinnen wie Athene, Hera oder Isis, Freija und wie sie alle heißen vorgestellt werden. Man findet auch Göttinnen wie Modgzudr (Nordeuropa), Lau (Süddeutschland) oder auch Kadroma aus Tibet. Hier macht das stöbern entsprechend Spaß.

Dabei sollte angemerkt werden. Natürlich gibt es die eine oder andere Zuordnung, die einfach passt (so passt Dao zum ersten Januar, der 31 Oktober zeigt Hekate und die Orakelgöttin Alraune ist am letzten Tag des Jahres zu finden), sonst sind alle Zuordnungen absolut willkürlich. Nicht an ihren Geburtstagen oder Jahrestagen findet man die entsprechende Göttin, sondern ganz spontan an einem x-beliebigen Tag.

Am Ende findet man noch die Auflistung der vorgestellten Göttinnen.

Vergriffen:

Obwohl das Buch jünger als Steinreich der Autorin ist (um ein Beispiel zu nenne), ist dieses leider vergriffen. Somit kann man es nur noch gebraucht erwerben. Das treibt teilweise bizaare Blüten der Preispolitik. Aber wer Geduld hat, kann sicherlich noch ein günstiges Exemplar abstauben :)

Fazit:

Wer Luisa Francias Werke kennt, weiß was sie oder ihn hier erwartet. Ein kompaktes Buch, welches mehr offenbahrt, als man auf dem ersten Blick denkt, aber nicht das Denken abnimmt. Das muss man immer noch selber übernehmen. In einer guten Göttinnenbibliothek darf das Buch nicht fehlen. Und auch sonst lässt es bei mir keine Wünsche offen. Ich kann es nur empfehlen und tue es hiermit auch.

Weitere Informationen: